Das Magazin politik&kommunikation zeichnet mit dem Politikaward die besten politischen und gesellschaftlichen Kampagnen des Jahres aus. Geehrt werden zudem Politiker, die durch besondere Leistungen hervorgetreten sind, und Unternehmen, die gesellschaftliches Engagement bewiesen haben. Alle Preisträger sind unter www.politikaward.de veröffentlicht.

Die Gemeinschaftskampagne wird von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB), der DREWAG, der Stadtreinigung Dresden, der Stadtentwässerung Dresden, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, dem Lokale Agenda 21 für Dresden e.V. und der Landeshauptstadt Dresden mit Unterstützung der Dresden Marketing GmbH getragen. Die Kreation lag in den Händen der VOR Werbeagentur. Die nicht unumstrittene Initiative wendet sich an die Dresdner und entstand vor der PEGIDA-Bewegung. Ziel ist es, nicht zu belehren, sondern die Dresdner mittels der zur Stadtgeschichte gehörenden und geliebten Versform mit Humor zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen. Nachdenken über die kulturelle Vielfalt ihrer Stadt damals wie heute und die bereichernden internationalen Einflüsse darin zu erkennen. In einer zweiten Stufe wurden die Bürger selbst aufgefordert zu dichten – was sie in großer Zahl taten. Auch die Gegner der Kampagne antworteten teilweise in Versform. Ein Zeichen, dass das zweite Ziel der Kampagne, die Rekultivierung des Austausches und die Involvierung, erreicht wurde. Die Kampagne zeigt, dass Dresden mehr als PEGIDA ist und beileibe nicht schweigt.

VOR-Geschäftsführer Peter Pfau richtete bei der Preisverleihung im TIPI am Kanzleramt einen Appell an die Dresdner, mehr Gesicht zu zeigen, für ihre Stadt und deren Ansehen zu kämpfen und sie nicht wortlos PEGIDA zu überlassen. Er plädierte außerdem dafür, genauer nach Dresden und die vielfältigen Initiativen und Engagements zu schauen und nicht pauschal zu verurteilen.

Kampagne startete im April 2015

Am 27. April 2015 präsentierten Dresdner Institutionen eine Kampagne, mit der sie Veränderungsprozesse in der Stadt anregen und ein klares Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit nach außen setzen wollten. Großflächenplakate und City-Light-Poster in der Dresdner Innenstadt präsentierten kleine Anekdoten in Versform. Sie verdeutlichen, wie die Vielfalt der Nationen und Kulturen unseren Alltag bereichert: ob wirtschaftlich, kulturell oder kulinarisch. Die Kampagne richtete sich in erster Linie an die Dresdner selbst. Anstelle zu belehren, sollte mit Geist und Augenzwinkern ins Bewusstsein gerückt werden, was die Menschen aller Nationen verbindet. Außerdem fanden Gratispostkarten ihren Weg zu den Besuchern gastronomischer und kultureller Einrichtungen Dresdens.

Mitmachen erwünscht

Eigens für die Kampagne gibt es eine Internet-Seite unter www.bereichert-dresden.de, die neben Informationen und Veranstaltungstipps für Weltoffenheit und Toleranz die Kampagnen-Partner zu ihrem Engagement zu Wort kommen lässt. Die Website lud die Dresdner Bürgerinnen und Bürger wie auch die Gäste der Stadt ein, ihre Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema abzugeben – gern auch in Reimform. Die besten Reime wurden beim Stadtfest im August mit Reisen in Dresdner Partnerstädte prämiert und anschließend auf City-Light-Postern und Postkarten veröffentlicht.